Den Wortlaut vollständig lesen
Auf einer Packung kann ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder ein Verbrauchsdatum stehen. Entscheidend ist deshalb nicht allein die gedruckte Zahlenfolge, sondern der zugehörige Wortlaut. Das Mindesthaltbarkeitsdatum beschreibt, bis wann der Hersteller bei angemessener Lagerung die einwandfreie Beschaffenheit zusichert. Ein überschrittenes Datum bedeutet nicht automatisch, dass ein Lebensmittel verdorben ist. Das Verbrauchsdatum betrifft dagegen besonders leicht verderbliche Lebensmittel. Nach seinem Ablauf sollten sie nicht mehr verzehrt werden. Diese Unterscheidung erläutern sowohl das Bundesinstitut für Risikobewertung als auch das niedersächsische LAVES.
Lagerhinweise gehören zur Datumsangabe
Eine Haltbarkeitsangabe lässt sich nicht unabhängig von der Lagerung betrachten. Lies deshalb Hinweise zur Temperatur und zur Aufbewahrung mit. Prüfe beim Einkauf außerdem, ob die Verpackung unbeschädigt ist. Wenn ein kühlpflichtiges Produkt längere Zeit ungekühlt stand, lässt sich seine Sicherheit nicht allein aus einem noch zukünftigen Datum ableiten. Für die eigene Organisation ist es hilfreich, solche Produkte nach dem Einkauf zuerst einzuräumen. Lege sie an einen passenden Platz und vermeide, dass sie zwischen Taschen und anderen Einkäufen übersehen werden.
Nach dem Öffnen beginnt eine andere Situation
Viele Verpackungen enthalten einen zusätzlichen Hinweis zur Verwendung nach dem Öffnen. Notiere bei Bedarf das Öffnungsdatum gut lesbar auf einem kleinen Etikett. Das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum ist keine pauschale Freigabe für eine beliebig lange geöffnete Lagerung. Verwende saubere Entnahmeutensilien und verschließe den Inhalt wieder. Wenn eine Packung auf mehrere Behälter verteilt wird, übertrage Produktname, Datum und wichtige Lagerhinweise. Sonst bleiben im Kühlschrank zwar ordentliche Dosen stehen, deren Inhalt und Vorgeschichte später niemand mehr sicher zuordnen kann.
Unsicherheit nicht durch Probieren auflösen
Bei überschrittenem Verbrauchsdatum ist eine Geruchs- oder Geschmacksprobe kein geeigneter Ersatz für die Datumsgrenze. Auch bei anderen Lebensmitteln sollte ein verdächtiges Aussehen, eine beschädigte Verpackung oder eine unklare Lagergeschichte ernst genommen werden. Nicht jede Gefahr lässt sich mit den Sinnen erkennen. Für Menschen mit besonderen gesundheitlichen Risiken können strengere Empfehlungen gelten. Wer unsicher ist, ob ein konkretes Produkt noch geeignet ist, sollte sich an verlässliche fachliche Hinweise halten und keine allgemeine Resteverwertungsregel auf jeden Einzelfall übertragen.
Mit einer einfachen Reihenfolge weniger vergessen
Stelle geeignete Lebensmittel, die bald verbraucht werden sollen, gut sichtbar nach vorne. Plane daraus die nächste Mahlzeit, statt zuerst eine neue Packung zu öffnen. Prüfe beim Erstellen des Einkaufszettels kurz, welche angebrochenen Produkte bereits vorhanden sind. Diese Routine ist oft hilfreicher als ein großes gelegentliches Ausräumen. Ein gut geführter Vorrat bedeutet nicht, jedes Produkt möglichst lange aufzubewahren. Er bedeutet, Mengen, Verwendung und Lagerhinweise so zu verbinden, dass Lebensmittel rechtzeitig und mit nachvollziehbarer Vorgeschichte auf den Tisch kommen.
Gut zu wissen
- Schreibe Öffnungsdaten auf angebrochene Packungen, wenn du sie sonst leicht vergisst.
- Behandle ein Verbrauchsdatum nicht wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum und verwende keine Geschmacksprobe als Sicherheitsnachweis.


